MIQR Berlin Nord
Prenzlauer Promenade 28,
13089 Berlin
Stand: 09.04.2026 | Lesezeit: 10 Minuten | Autor:
S. Lenzner
Wer beruflich neu durchstarten möchte, steht oft vor einer zentralen Frage: Ist eine Umschulung sinnvoller oder reicht eine Weiterbildung aus? Genau an diesem Punkt herrscht häufig Unsicherheit. Beide Bildungswege können neue Chancen eröffnen, unterscheiden sich jedoch deutlich in Ziel, Dauer, Abschluss, Förderung und beruflicher Wirkung.
Während eine Umschulung in der Regel auf einen kompletten Berufswechsel abzielt, dient eine Weiterbildung meist dazu, vorhandene Kenntnisse auszubauen, zu aktualisieren oder gezielt zu ergänzen. Welche Variante besser zu Ihnen passt, hängt daher stark von Ihrer persönlichen Ausgangslage ab: Sind Sie arbeitslos, von Arbeitslosigkeit bedroht, bereits berufstätig, gesundheitlich eingeschränkt oder möchten Sie sich gezielt in einem kaufmännischen Bereich weiterentwickeln?
In diesem Beitrag erfahren Sie, worin die Unterschiede bestehen, welche Fördermöglichkeiten es gibt und welche Bildungswege beim MIQR konkret in Frage kommen. So können Sie deutlich besser einschätzen, welcher Weg für Ihren beruflichen Neustart wirklich sinnvoll ist.
Der wichtigste Unterschied liegt im Ziel der Maßnahme.
Eine Umschulung ist eine berufliche Neuqualifizierung. Sie soll dazu befähigen, einen anderen Beruf auszuüben. Das ist besonders dann relevant, wenn der bisherige Beruf keine Zukunft mehr bietet, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeübt werden kann oder ein kompletter Neustart notwendig ist.
Eine Weiterbildung baut dagegen in der Regel auf vorhandenen Kenntnissen, Berufserfahrungen oder einer bestehenden Qualifikation auf. Sie dient dazu, Wissen zu vertiefen, neue Zusatzkompetenzen zu erwerben oder sich an veränderte Anforderungen des Arbeitsmarktes anzupassen.
Kurz gesagt:
Ein wichtiger Punkt wird in der Praxis oft übersehen: Nicht jede Qualifizierung, die zu einem Zertifikat, einer Prüfung oder einem beruflichen Tätigkeitsnachweis führt, ist automatisch eine Umschulung. Beispiele dafür sind die Qualifizierung zur Betreuungskraft bzw. zum Alltagsbegleiter nach §§ 43b, 53b SGB XI, eine Weiterbildung zum Helfer in der Altenpflege oder die Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO im Wach- und Sicherheitsdienst.
Diese Bildungswege können beruflich sehr wertvoll sein und sogar einen kompletten Einstieg in ein neues Tätigkeitsfeld ermöglichen. Trotzdem gelten sie fachlich meist nicht als Umschulung, weil sie in der Regel nicht zu einem vollständigen Berufsabschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf führen. Es handelt sich eher um eine berufliche Weiterbildung, eine Qualifizierung, einen Sachkundenachweis oder eine vorbereitende Maßnahme für ein konkretes Einsatzgebiet.
Gerade deshalb wirkt der Begriff „Weiterbildung“ manchmal kleiner, als er tatsächlich ist. Eine Weiterbildung kann wenige Wochen oder Monate dauern und trotzdem den Weg in einen neuen Job öffnen. Der Unterschied liegt also nicht nur darin, ob Sie danach etwas völlig Neues machen können, sondern ob Sie einen vollständigen Ausbildungsberuf mit anerkanntem Berufsabschluss erlernen oder eine gezielte Qualifikation für ein bestimmtes Tätigkeitsfeld erwerben.

Eine Umschulung ist vor allem dann sinnvoll, wenn Ihr bisheriger Berufsweg nicht mehr tragfähig ist oder Sie bewusst einen vollständigen Neustart anstreben.
Typische Situationen sind:
Gerade wenn Sie nicht nur „etwas dazulernen“, sondern Ihre berufliche Richtung grundlegend verändern möchten, ist eine Umschulung meist der passendere Weg. Sie ist umfangreicher, dauert länger und führt häufig zu einem staatlich anerkannten IHK-Abschluss.
Beim MIQR stehen im Bereich Umschulung aktuell insbesondere diese Angebote im Mittelpunkt:
Diese Umschulungen dauern in der Regel 24 Monate und starten typischerweise im Februar und Juli.
Eine Umschulung eignet sich oft für Menschen, die:
Wer also sagt: „Ich will nicht nur mein Profil verbessern, sondern mich beruflich komplett neu aufstellen“, ist mit einer Umschulung häufig besser beraten.
Ob sich eine Umschulung oder Weiterbildung finanziell lohnt, hängt vor allem von drei Punkten ab: Abschluss, Berufsfeld und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt. Eine Garantie für ein bestimmtes Gehalt gibt es nicht, denn Einkommen unterscheiden sich je nach Branche, Region, Betrieb und Berufserfahrung.
Grundsätzlich gilt: Eine Umschulung wirkt finanziell oft stärker, weil sie meist zu einem anerkannten Berufsabschluss führt. Damit bewerben Sie sich nicht nur auf einfache Helfertätigkeiten, sondern auf reguläre Fachkraftstellen. Besonders sinnvoll ist das, wenn der bisherige Beruf wenig Perspektive bietet oder gesundheitlich nicht mehr möglich ist.
Eine Weiterbildung kann sich dagegen besonders dann lohnen, wenn bereits berufliche Grundlagen vorhanden sind und nur eine gezielte Zusatzqualifikation fehlt. Das gilt zum Beispiel für kaufmännische Spezialisierungen, digitale Büroprozesse oder die Lohn- und Gehaltsabrechnung.
Im kaufmännischen Bereich liegen die späteren Verdienstmöglichkeiten je nach Tätigkeit und Einsatzbereich häufig im soliden mittleren Einkommensbereich. Kaufleute für Büromanagement können beispielsweise ein mittleres Vollzeit Bruttoentgelt von 3.820 € erreichen, dabei liegt das untere Quartil bei 2.987 € und das obere Quartil bei 4.963 €.
Fachkräfte in der Lohn- und Gehaltsabrechnung liegen durchschnittlich bei einem Vollzeit Bruttoentgelt vom 4.259 €. Solche Werte zeigen: Sowohl eine Umschulung als auch eine gezielte Weiterbildung können realistische Einkommensperspektiven eröffnen.

Wichtig ist aber: Der finanzielle Nutzen zeigt sich nicht nur im ersten Gehalt nach dem Abschluss. Ebenso zählen bessere Chancen auf eine feste Anstellung, mehr Sicherheit in einem nachgefragten Berufsfeld und bessere Möglichkeiten für spätere Entwicklungsschritte.
Kurz gesagt: Eine Umschulung lohnt sich vor allem, wenn ein neuer Berufsabschluss gebraucht wird. Eine Weiterbildung lohnt sich besonders dann, wenn vorhandene Erfahrung gezielt ergänzt werden soll. Entscheidend ist nicht die Länge der Maßnahme, sondern ob sie wirklich zur beruflichen Ausgangslage und zum gewünschten Ziel passt.
Eine Weiterbildung ist meist dann die bessere Wahl, wenn Sie bereits berufliche Erfahrung mitbringen und Ihr Profil gezielt ausbauen möchten, ohne dafür einen vollständig neuen Ausbildungsberuf zu erlernen. Das gilt besonders dann, wenn Sie vorhandene Kenntnisse auffrischen, sich auf neue Aufgaben vorbereiten oder Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt mit einer kompakten Qualifizierung verbessern möchten.
Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn Sie:
Gerade im kaufmännischen Bereich kann eine Weiterbildung sehr praxisnah sein. Sie ist häufig kompakter aufgebaut und konzentriert sich stärker auf konkrete Kompetenzfelder. Dadurch eignet sie sich besonders für Menschen, die keinen kompletten Berufswechsel planen, sondern ihre Einsatzmöglichkeiten gezielt verbessern möchten.
Beim MIQR ist in diesem Zusammenhang aktuell insbesondere das Modul Fachkraft für Lohn- und Gehaltsabrechnung mit DATEV (IHK) relevant. Dieses Modul dauert 2 Monate und eignet sich für Personen, die sich gezielt im Bereich Entgeltabrechnung qualifizieren möchten, ohne eine vollständige Umschulung zu absolvieren.
Zur Weiterbildung zählen aber nicht nur kaufmännische Spezialisierungen. Auch kürzere berufliche Qualifizierungen wie Alltagsbegleiter bzw. Betreuungskraft, Pflegehelfer bzw. Helfer in der Altenpflege oder Wach- und Sicherheitsdienst mit Vorbereitung auf §34a fallen in diesen Bereich. Sie sind keine klassische Umschulung, können aber trotzdem ein sehr direkter Weg in ein neues Berufsfeld sein – besonders dann, wenn ein Praktikum, praktische Eignung und Motivation zusammenkommen.
Das ist für viele Interessenten beruhigend: Wer nicht zwei Jahre in eine Umschulung investieren kann oder möchte, hat mit solchen Qualifizierungen manchmal trotzdem eine realistische Chance auf einen beruflichen Einstieg. Entscheidend ist dann weniger der große Berufsabschluss, sondern die Frage, ob die Qualifikation für das gewünschte Tätigkeitsfeld ausreicht und ob Arbeitgeber in diesem Bereich passende Einstiegsmöglichkeiten bieten.
Besonders für Berufserfahrene, Quereinsteiger oder Menschen mit familiären Verpflichtungen kann eine Weiterbildung der schnellere und realistischere Weg sein. Wenn kein kompletter Berufswechsel nötig ist, sondern eine gezielte Zusatzqualifikation ausreicht, ist sie oft die passendere Lösung.
Viele Menschen stellen sich derzeit eine sehr direkte Frage: Hat ein kaufmännischer Beruf überhaupt noch Zukunft, wenn KI immer mehr Aufgaben übernimmt? Diese Sorge ist verständlich. Gerade im Büro-, Verwaltungs- und Organisationsbereich verändern Automatisierung, digitale Prozesse und KI-gestützte Software den Arbeitsalltag spürbar. Doch daraus folgt nicht automatisch, dass kaufmännische Berufe verschwinden. Vielmehr verändern sich Aufgabenprofile, Anforderungen und Kompetenzschwerpunkte.
Genau deshalb kann eine kaufmännische Umschulung oder Weiterbildung heute sogar besonders sinnvoll sein: Sie hilft dabei, sich nicht gegen die Digitalisierung zu stellen, sondern mit ihr arbeitsmarktfähig zu bleiben.
Die gesammelten Erfahrungen zeigen ein klares Bild: Im digitalen Strukturwandel werden vor allem Qualifikationen wichtiger, die Beschäftigte dabei unterstützen, ihren Arbeitsplatz zu behalten und ihre Fähigkeiten an neue Anforderungen anzupassen
Genau deshalb fördert das Qualifizierungschancengesetz Weiterbildungen, die zukunftsorientiert sind und über eine reine kurzfristige Anpassung hinausgehen
Gerade im kaufmännischen Bereich betrifft das vor allem standardisierte Routineaufgaben. Genau diese lassen sich durch Software, Automatisierung und KI zunehmend unterstützen. Gleichzeitig bleiben Tätigkeiten wichtig, bei denen Menschen Zusammenhänge verstehen, Daten einordnen, Entscheidungen vorbereiten, kommunizieren und Verantwortung übernehmen.
Kaufmännische Berufe gehören seit Jahren zu den stabilen und vielseitigen Tätigkeitsfeldern. Sie sind in nahezu allen Branchen einsetzbar und bieten die Möglichkeit, sich später weiter zu spezialisieren. Genau das macht sie auch im digitalen Wandel attraktiv. Denn Digitalisierung ersetzt nicht die gesamte kaufmännische Arbeit, sondern erhöht die Anforderungen an Fachkräfte.
Wer heute im kaufmännischen Bereich erfolgreich sein will, sollte nicht nur organisatorisch und kommunikativ stark sein, sondern auch mit digitalen Anwendungen, Datenstrukturen und modernen Softwarelösungen umgehen können. Eine Umschulung oder Weiterbildung schafft dafür die Grundlage.
Dies spiegelt sich mittlerweile auch in kaufmännischen Umschulungen und Weiterbildungen spielt Digitalisierung eine immer größere Rolle. Digitale Prozesse gehören in vielen Unternehmen längst zum Arbeitsalltag – etwa bei Kommunikation, Datenverarbeitung, Dokumentenmanagement, Terminorganisation und Kundenkontakt.
Dadurch gewinnen neben klassischen kaufmännischen Grundlagen auch digitale Kompetenzen, moderne Bürosoftware und der sichere Umgang mit Daten an Bedeutung. Kaufmännische Tätigkeiten werden also nicht einfach ersetzt, sondern stärker mit digitalen Anforderungen verbunden.
Gleichzeitig entstehen neue oder weiterentwickelte Einsatzbereiche, zum Beispiel in der digitalen Kundenbetreuung, im Online-Vertrieb, im Social-Media-Management oder im digitalen Office-Management. Diese Beispiele zeigen, wie breit kaufmännische Kompetenzen heute eingesetzt werden können.
Auch klassische Berufe wie Büromanagement, Industrie oder Gesundheitswesen bleiben relevant, weil Unternehmen weiterhin Menschen brauchen, die Abläufe organisieren, Ansprechpartner koordinieren, Daten prüfen, Verwaltungsprozesse begleiten und digitale Systeme sinnvoll im Arbeitsalltag einsetzen.
Die Tätigkeit verändert sich also – aber sie verschwindet nicht einfach.

Besonders anschaulich zeigt sich das ebenfalls im Bereich Lohn- und Gehaltsabrechnung. Hier übernehmen digitale Systeme und Automatisierungen bereits heute viele Teilaufgaben. Gleichzeitig bleibt die menschliche Kontrolle unverzichtbar. Gerade weil sich gesetzliche Vorgaben, technische Prozesse und Anforderungen laufend verändern, sind Anpassungsweiterbildungen in diesem Bereich besonders wichtig.
Genau darin liegt die eigentliche Zukunftssicherheit: Nicht die reine manuelle Dateneingabe ist der Kern des Berufs, sondern das fachlich korrekte Prüfen, Einordnen, Kontrollieren und Beraten. Wer den Umgang mit modernen Tools, digitalen Abrechnungsprozessen und softwaregestützten Arbeitsabläufen beherrscht, verbessert seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich.
Die eigentliche Frage lautet also oft nicht: „Ersetzt KI meinen Job?“, sondern eher: „Bin ich für die veränderten Anforderungen meines Berufsfeldes ausreichend qualifiziert?“
Genau hier setzen Umschulung und Weiterbildung an:
Auch das Qualifizierungschancengesetz ist genau auf diesen Wandel ausgerichtet. Gefördert werden Weiterbildungen, die langfristig wirken, bei einem externen Bildungsträger stattfinden und Beschäftigte im digitalen Wandel unterstützen sollen.
Wer aus Angst vor KI gar nichts tut, geht langfristig oft das größere Risiko ein. Denn nicht jede Tätigkeit verschwindet sofort – aber Anforderungen verschieben sich. Unternehmen erwarten zunehmend, dass Mitarbeitende digitale Prozesse verstehen, mit Software arbeiten, Daten sicher handhaben und sich auf neue Systeme einstellen können.
Wer sich hingegen gezielt weiterbildet oder mit einer Umschulung neu aufstellt, verbessert seine Chancen deutlich:
Fazit: KI ersetzt nicht pauschal den kaufmännischen Beruf, sondern vor allem einzelne Routineaufgaben. Zukunftssicher wird deshalb nicht, wer Digitalisierung ignoriert, sondern wer sich aktiv darauf vorbereitet. Eine kaufmännische Umschulung oder Weiterbildung kann genau deshalb heute ein sehr kluger Schritt sein: Sie schafft die Grundlage, um mit neuen Anforderungen, digitalen Tools und veränderten Jobprofilen souverän umzugehen – statt von ihnen überrascht zu werden.
Wenn Sie zwischen beiden Wegen schwanken, helfen diese Fragen bei der Einordnung:
Wenn Sie einen neuen Beruf anstreben, spricht vieles für eine Umschulung. Wenn Sie Ihr Profil im bisherigen oder angrenzenden Bereich stärken wollen, ist eine Weiterbildung oft ausreichend.
Ein IHK-Berufsabschluss ist ein starkes Argument für eine Umschulung. Wenn Ihnen dagegen ein Zertifikat, eine Fachkraft-Qualifikation oder ein gezielter Kompetenznachweis genügt, kann eine Weiterbildung sinnvoller sein.
Eine Umschulung dauert meist deutlich länger als eine Weiterbildung. Wer schnell wieder arbeitsmarktfähig werden möchte, prüft oft zuerst kürzere Qualifizierungswege.
Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Einschränkungen, Kinderbetreuung, Alter, Berufserfahrung oder laufende Beschäftigung beeinflussen stark, welcher Weg praktikabel ist.
Auch die Förderlogik ist entscheidend. Für Arbeitslose oder Arbeitssuchende kommt häufig der Bildungsgutschein in Betracht. Für Beschäftigte kann dagegen das Qualifizierungschancengesetz besonders relevant sein.
Checkliste zur Entscheidung zwischen Umschulung und Weiterbildung

Die gute Nachricht: Weder Umschulung noch Weiterbildung müssen zwingend aus eigener Tasche finanziert werden. Je nach persönlicher Situation kommen verschiedene Förderwege in Betracht.
Der Bildungsgutschein, mehr erfahren ist eines der wichtigsten Förderinstrumente für arbeitslose, arbeitssuchende oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen. Er wird von der Agentur für Arbeit oder vom Jobcenter ausgegeben und kann die Kosten einer Weiterbildung oder Umschulung vollständig übernehmen.
Laut vorliegenden Informationen können mit dem Bildungsgutschein nicht nur die Maßnahmekosten, sondern je nach Fall auch weitere Ausgaben wie Anfahrt, Verpflegung oder Kinderbetreuung berücksichtigt werden.
Typische Voraussetzungen sind unter anderem:
Auch der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) kann in bestimmten Fällen eine Rolle spielen. Er eignet sich besonders für bestimmte Aktivierungs- und Unterstützungsangebote.
Für Beschäftigte ist das Qualifizierungschancengesetz besonders interessant. Es unterstützt berufliche Weiterbildung im bestehenden Arbeitsverhältnis, wenn sich Anforderungen im Betrieb verändern – zum Beispiel durch Digitalisierung, neue Arbeitsprozesse oder strukturellen Wandel.
Gefördert werden unter bestimmten Voraussetzungen Weiterbildungen, die:
Damit ist das Qualifizierungschancengesetz besonders relevant für Menschen, die bereits beschäftigt sind und ihre beruflichen Chancen im Zuge von Digitalisierung, Strukturwandel oder veränderten Anforderungen verbessern möchten. Welche Förderung im Einzelfall möglich ist, sollte vor Beginn der Weiterbildung mit der Agentur für Arbeit geprüft werden.
Je nach persönlicher Situation können auch weitere Leistungsträger relevant sein, etwa:
Diese Frage ist besonders wichtig, weil beide Förderungen oft verwechselt werden.
Der Bildungsgutschein richtet sich vor allem an Menschen, die arbeitslos, arbeitssuchend oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Der Antrag wird in der Regel aus der Perspektive des Betroffenen mit Agentur für Arbeit oder Jobcenter geklärt.
Das Qualifizierungschancengesetz richtet sich dagegen an Beschäftigte. Hier steht also nicht die Arbeitslosigkeit im Vordergrund, sondern der Erhalt und Ausbau der Beschäftigungsfähigkeit. Der Antrag wird typischerweise über den Arbeitgeber angestoßen.
Wenn Sie sich zwischen Umschulung und Weiterbildung entscheiden möchten, ist ein Blick auf die konkreten Bildungswege besonders hilfreich.
Aktuell sind insbesondere diese Umschulungen relevant:
Diese Maßnahmen dauern in der Regel 24 Monate und schließen mit einer IHK-Prüfung ab.
Wer keinen vollständigen Berufswechsel anstrebt, kann beim MIQR auch kürzere oder modulare Wege prüfen, zum Beispiel:
Diese Beispiele zeigen gut, warum der Begriff Weiterbildung nicht unterschätzt werden sollte. Eine Weiterbildung muss nicht immer nur ein kleines Zusatzmodul für den bisherigen Beruf sein. Sie kann auch eine kompakte Qualifizierung für einen neuen Tätigkeitsbereich sein – nur eben ohne vollständigen Berufsabschluss wie bei einer klassischen Umschulung.
Gerade die Weiterbildung im Bereich Lohn- und Gehaltsabrechnung ist interessant, wenn Sie gezielt kaufmännische Kompetenzen erwerben möchten, ohne direkt eine 24-monatige Umschulung zu beginnen.
Wenn Sie arbeitslos sind und in Ihrem bisherigen Beruf kaum Chancen sehen, ist eine Umschulung oft der nachhaltigere Weg. Vor allem dann, wenn Sie einen anerkannten Berufsabschluss benötigen und langfristig neu einsteigen wollen.
Wenn Sie bereits beschäftigt sind, aber merken, dass Digitalisierung, neue Prozesse oder Strukturwandel Ihre Tätigkeit verändern, ist eine Weiterbildung häufig sinnvoller. Hier kann das Qualifizierungschancengesetz relevant sein.
Wenn Sie nach Elternzeit, Krankheit oder längerer Unterbrechung zurückkehren möchten, kann eine Weiterbildung ausreichen, um Wissen zu aktualisieren und wieder anschlussfähig zu werden. Wenn Ihr alter Beruf jedoch keine Perspektive mehr bietet, kann auch eine Umschulung sinnvoll sein.
Auch im höheren Erwerbsalter kann beides sinnvoll sein. Gerade dann zählen Berufserfahrung, Motivation und aktuelle Kompetenzen. Im MIQR-Kontext wird deutlich, dass ein gezieltes Kompetenz-Update gerade für erfahrene Bewerber neue Perspektiven schaffen kann.
Manche Menschen möchten beruflich neu anfangen, brauchen dafür aber nicht zwingend eine zweijährige Umschulung. Das kann zum Beispiel gelten, wenn jemand als Betreuungskraft, Pflegehelfer oder im Wach- und Sicherheitsdienst einsteigen möchte. In solchen Fällen kann eine kürzere Weiterbildung oder Qualifizierung ausreichen, wenn die persönlichen Voraussetzungen passen und der praktische Einsatz realistisch ist.
Ein Beispiel: Wer gern mit älteren Menschen arbeitet, zuverlässig ist und ein passendes Praktikum absolviert, kann über eine Qualifizierung zum Alltagsbegleiter oder Pflegehelfer einen Einstieg in den sozialen Bereich finden. Wer dagegen in den Sicherheitsdienst möchte, benötigt je nach Tätigkeit eine Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach §34a GewO. Auch das ist keine Umschulung im klassischen Sinn, kann aber trotzdem ein klarer beruflicher Neustart sein.


Die bessere Wahl gibt es nicht pauschal. Entscheidend ist, was Sie beruflich erreichen möchten.
Wenn Sie einen kompletten Berufswechsel anstreben, einen IHK-Abschluss benötigen und sich langfristig neu aufstellen wollen, ist eine Umschulung meist der richtige Weg.
Wenn Sie dagegen bereits Erfahrungen mitbringen, Ihr Profil gezielt verbessern, digitale oder kaufmännische Kompetenzen aufbauen oder schneller wieder arbeitsmarktfähig werden möchten, ist eine Weiterbildung oft die passendere Lösung.
Das gilt auch für kurze, praxisnahe Qualifizierungen wie Alltagsbegleiter, Pflegehelfer oder Wach- und Sicherheitsdienst: Sie sind zwar keine klassische Umschulung, können aber trotzdem ein sinnvoller Einstieg in ein neues Arbeitsfeld sein.
Besonders wichtig ist dabei die Förderfrage:
Wer seine Situation realistisch einordnet und die Maßnahme passend auswählt, schafft die beste Grundlage für einen erfolgreichen beruflichen Neustart.
Wenn Sie unsicher sind, ob für Sie eher eine Umschulung oder eine Weiterbildung in Frage kommt, ist eine persönliche Beratung der beste nächste Schritt. So lässt sich klären,
Sie möchten Ihre Möglichkeiten prüfen?
Dann informieren Sie sich direkt über die passenden Angebote des MIQR oder lassen Sie sich persönlich beraten.
Interne Einstiegsseiten:
Externe weiterführende Informationen:
Wenn Sie Fragen haben, nehmen Sie Kontakt auf. Gemeinsam lässt sich deutlich besser einschätzen, welcher Bildungsweg zu Ihrer aktuellen Lebenssituation und Ihren beruflichen Zielen passt.
Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot haben oder eine persönliche und individuelle Beratung wünschen, senden Sie uns gerne eine Anfrage.






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